Minen im Osnabrücker Land? 
 
COLOSSAL - Ives Maes Seit Frühjahr 2009 warnt ein schwarzes Schild mit weißem Totenkopf vor dem WABE-Zentrum in Wallenhorst vor biologisch abbaubaren Minen. Unübersehbar steht es an der Straße "Zum Gruthügel".

Minenschild vor dem WABE-Zentrum in Wallenhorst

Minen im Osnabrücker Land? Wie kommen die da hin? Sind das neu entdeckte Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg? Aber biologisch abbaubar? Und sind die vielleicht gefährlich für mich? – eine gewisse Irritation bei den Autofahrern sei gegeben, bemerkt Regina Cordes vom WABE-Zentrum. „Die Autofahrer sehen den Totenkopf, lesen ‚Minen’ und fahren automatisch langsamer.“ Im Gegensatz zu den Verkehrsteilnehmern weiß Cordes, Leiterin des Versuchsbetriebes WABE-Zentrum der Fachhochschule Osnabrück, über die Bedeutung der Warnschilder Bescheid.

COLOSSAL - Ives Maes - Standort Alt Barenaue
Das "Minenschild" von Ives Maes stand – wie hier am Gut Alt Barenaue – an zwölf Orten des COLOSSAL-Projektes.

Hazard Marking System

Das Aufsehen erregende Schild mit dem Titel „Hazard Marking System“ stammt von dem belgischen Künstler Ives Maes und ist Teil des Kunstprojekts COLOSSAL Kunst Fakt Fiktion. Das zum Jahresende auslaufende Projekt des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land (LVO) zeigte aus Anlass von 2000 Jahren Varusschlacht an 14 Standorten in der VarusRegion und in Osnabrück Konzeptkunst von insgesamt 20 internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Der belgische Kurator Jan Hoet entwickelte die thematische Ausstellung. Am WABE-Zentrum stand neben dem Minenschild auch die Bronzeskulptur „3009 n. Chr.“ des chinesischen Künstlers Yue Minjun, die bereits im Oktober abgebaut wurde.

COLOSSAL You Minjun 3009 n. Chr.
Mit seiner Bronzeskulptur "3009 n. Chr." drückte Yue Minjun dseine Hoffnung aus, dass Archäologen in 1000 Jahren nur noch friedliches Ackergerät ausgraben mögen. Foto: Christian Grovermann, Courtesy: Alexander Ochs Galery

Alle Warnschilder abgebaut

Die "Hazard Marking System"-Schilder wurden Mitte November von zwei Mitarbeiterinnen des LVO von ihren Standorten entfernt. Berit Varnhorn, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur beim LVO absolviert, ist doppelt begeistert: „Meine Kollegin Petra Gieseke und ich sind einen ganzen Tag lang durch die VarusRegion gefahren und haben überall die Schilder von Ives Maes abgebaut. Frau Gieseke hat die Schrauben gelöst, und ich habe die Schilder festgehalten, damit sie nicht beschädigt werden. Nachdem wir den Dreh’ raus hatten, ging alles ganz leicht. Obwohl die Schilder so lange draußen gestanden haben, sind sie bis auf eines völlig intakt.“ Sehr angetan war Varnhorn auch von der Möglichkeit, einen Tag außerhalb des Büros zu verbringen. „Ich wurde am Anfang meines FSJ schon gewarnt, dass ich auch beim Abbau von COLOSSAL helfen muss, aber ich finde diese nicht alltäglichen Tätigkeiten sehr gut.“

"Minenschild" am WABE-Zentrum bleibt

Berit Varnhorn findet die Schilder „toll“ und bedauert sehr, dass ihre Mittel nicht ausreichen, um eine der Emaille-Tafeln zu erwerben. Denn der LVO bietet die 60 mal 60 Zentimeter großen Schilder zum Preis von je 350 Euro zum Verkauf an.
Regina Cordes aber hat die Gelegenheit genutzt und beschlossen: „Unser Schild am WABE-Zentrum bleibt stehen!“ Ihr sagt das Schild zu, weil es zum Nachdenken anregt. Gerade Schulkinder, die im WABE-Zentrum zu Gast seien, fragten oftmals nach der Bedeutung des Schildes, das so als guter Anlass zur Information über die weltweite Landminenproblematik diene.

COLOSSAL - Ives Maes Standort WABE-Zentrum
Regina Cordes vom WABE-Zentrum in Wallenhorst zieht höchstpersönlich noch einmal alle Schrauben an ihrem „Hazard Marking Sign“ von Ives Maes an. Damit ist klar: Dieses Schild bleibt auch nach dem Ende von COLOSSAL an seinem Standort. Foto: LVO

Informationen

Weiter Informationen zum Erwerb eines Schildes gibt es unter T 0 54 03 / 7 24 55-0.


 
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