Lob zum 25jährigen – Landschaftsverband Osnabrücker Land hat Vorbildfunktion für ganz Niedersachsen 
 
Landschaftstag 2010 Tunn und Wahl Nicht nur Gratulationen zum 25jährigen Bestehen, sondern auch höchstes Lob aus dem Mund von Professorin Johanna Wanka, der niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur, erhielt der Landschaftsverband Osnabrücker Land (LVO) bei seinem jährlichen Landschaftstag, der am vergangenen Donnerstag in der Osnabrücker Vitischanze stattfand. Weitere Höhepunkte der Veranstaltung waren die Verleihung des Kunstpreises 2010 an die Alfhausener Künstlerin Susanne Tunn und die Vergabe der Landschaftsauszeichnung an den Schledehauser Heimatforscher Paul Walter Wahl.


Festliche Ansprache der Niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur

Ministerin Wanka betonte bei der Festveranstaltung in der Vitischanze in Osnabrück, wie bedeutsam es sei, dass der LVO wie auch die übrigen Landschaften und Landschaftsverbände in Niedersachsen durch ihre sehr gute Vernetzung gegen die „Enträumlichung von Heimat“ wirkten. Die Regionen seien wichtig für eine erfolgreiche Globalisierung, die Entscheidung des Landes Niedersachsen, mit der Regionalisierung der Kulturförderung eigene Gestaltungsspielräume aufzugeben, sei klug gewesen.
Wanka verwies auf eine Ende 2008 durchgeführte Evaluation zur Kulturförderung der Landschaften und Landschaftsverbände, bei der der Landschaftsverband Osnabrücker Land besonders lobend hervorgehoben wurde – er habe Vorbildwirkung für ganz Niedersachsen.

Landschaftstag 2010 Johanna Wanka
Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Professorin Johanna Wanke, zollte dem Landschaftsverband Osnabrücker Land für die Umsetzung der regionalisierten Kulturförderung großes Lob.


Grußworte der Fachhochschule und der VGH-Versicherung

Zuvor hatte bereits Professor Erhard Mielenhausen als Präsident der Fachhochschule und Hausherr in der Vitischanze angekündigt, dass die Kontakte zwischen seiner Institution und dem LVO in Zukunft enger werden könnten. Die Fachhochschule habe sich mittlerweile in entsprechende Bereiche hineinentwickelt.
Ebenfalls zum LVO und zu den Regionen bekannte sich Hermann Kasten vom Vorstand der VGH-Versicherungen – sei doch das „Mutterschiff“ der Versicherungsgesellschaft, die Landschaftliche Brandkasse, von den historischen Landschaften in Niedersachsen mitgegründet worden.

Landschaftstag 2010 Hermann Kasten
Hermann Kasten vom Vorstand der VGH Versicherungen wies in seinem Grußwort auf die engen Verflechtungen zwischen den Landschaften und Landschaftsverbänden in Niedersachsen und den VGH Versicherungen hin.


LVO schafft Bewusstsein für Heimat

Kein Landschaftstag ohne Festvortrag: Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, brach eine Lanze für die Kultur in der Provinz, die alles andere als provinziell sei. Kultur finde überall im Land statt und sei mehr als das Vorhandensein eines Staatstheaters oder eines Großstadtmuseums. Das kulturelle Leben in Deutschland zeichne sich durch eine einmalige Vielfalt aus, die auch in den Regionen zu finden sei. Dies sei ein entscheidendes Verdienst von Kulturträgern wie dem LVO, dessen Kulturarbeit sehr weitreichend und nicht nur in seinen eigenen Projekten erkennbar sei. Auch der geleisteten Vernetzungsarbeit, der Kenntnis der Kulturakteure sowie dem Wissen über erforderliche Projekte maß Zimmermann große Bedeutung bei. Der LVO meistere die Aufgabe, ein Bewusstsein für Heimat zu schaffen, ohne heimattümelnd zu sein. Sein Fazit: „Der LVO hat mit eigenen Projekten und Förderung immer wieder kulturelle Bildungsarbeit geleistet!“ und „Die Provinz kann ein Vorbild sein!“
Zum Vorbild Provinz trugen auch die hervorragenden Bluesmusiker Michael van Merwyk und Gerd Gorke bei, die unter anderem mit „Little Red Hen“ für eine gewisse Landatmosphäre sorgten und vom Publikum mit begeistertem Applaus bedacht wurden.

Landschaftstag 2010 Michael van Merwyck
Bluesmusiker Michael van Merwyck und sein Mitstreiter Gerd Gorke begeisterten mit Gesang, Gitarre und Mundharmonika.


Kunstpreis 2010 des Landschaftsverbandes an Susanne Tunn

Beim Stichwort Region blieb auch Roland Nachtigäller, Leiter des Museums MARTa Herford und Laudator für die diesjährige Kunstpreisträgerin Susanne Tunn aus Alfhausen. Die Künstlerin sei sowohl in der Region als auch weltweit vertreten. In ihren Steinskulpturen, Installationen, ortsbezogenen Interventionen, Stickbildern, Collagen und Fotografien lege sie Strukturen, Zeit und Räume frei. Nachtigäller zog hier einen Vergleich zu Michelangelo, der freigelegt habe, was er gedanklich in einem Steinblock sah. Tunn trete gewissermaßen in den Dialog mit dem Stein, erkunde ihn mit Hammer und Meißel, trete mit ihm in Verbindung. Diese Vorgehensweise stehe für das Gesamtwerk der Künstlerin, die auf diese Weise magische Momente der Erfahrung schaffe. Wie umfassend Tunns Oeuvre ist, machte Nachtigäller mit wenigen Beispielen deutlich. So hat die Künstlerin neben regionalbezogenen Arbeiten für das Kunstgeschichtliche Museum oder für COLOSSAL eine wunderbare Kapelle für das Klinikum Minden geschaffen, sich aber auch international durch Projekte wie „5 Tische“ einen Namen gemacht.

Susanne Tunns A. D., eine Intervention im Rahmen des Kunstprojekts COLOSSAL, Standort ist der Hof Hellbaum in Ostercappeln-Schwagstorf.


Paul Walter Wahl erhält die Auszeichnung 2010 des Landschaftsverbandes

In einer launigen Laudatio würdigte Jürgen Eberhard Niewedde, Vorsitzender des Heimatbundes Osnabrücker Land, den Träger der Landschaftsauszeichnung 2010. Paul Walter Wahl habe unermüdliche Kärrnerarbeit für die Geschichte seines Heimatortes Schledehausen geleistet. Seine Publikationen, beispielsweise über den Schledehauser Ortsteil Ellerbeck, das örtliche Sanatorium oder Handel, Handwerk und Gewerbe im alten Kirchspiel Schledehausen, seien akribisch genau erarbeitet und ausgewertet. Auch durch seine Projekte zur Vermittlung der Ortsgeschichte wie eine Geschichtswerkstatt für Senioren oder eine szenische Nachtwächterführung habe sich Wahl ungewöhnlich verdient gemacht. Wahl selbst bezeichnete die Anerkennung als das „Brot der Ehrenamtlichen“ und bedankte sich für diese „Lebensmittelzuwendung“. Er gab allen Gästen mit auf den Weg, öfter einmal in den Rückspiegel zu schauen, um eine gute Orientierung über die Wegstrecke zu behalten.

Landschaftstag 2010 Preisträger
Bildunterschrift: Lob für den Landschaftsverband, Preise für die Kunst und die Heimatpflege: LVO-Präsident und Landrat Manfred Hugo, Kunstpreisträgerin Susanne Tunn, Ministerin Johanna Wanka, Träger der Landschaftsauszeichnung Paul Walter Wahl und LVO-Vizepräsident und Oberbürgermeister Boris Pistorius.

 
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