Am 21. September 2011 vergab der Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V. (LVO) in Haus Ohrbeck seinen diesjährigen Kulturförderpreis an das Osnabrücker FilmForum e. V., die Auszeichnung 2011erhielt Dr. Andreas Wilhelm. Landrat Manfred Hugo als Präsident des LVO konnte zudem Dr. Kai Reichel-Heldt vom boxoffice Filmmarketing Hamburg als Festredner begrüßen.
Filmfestivals als große Chance für unmittelbaren Austausch Filmfestivals schaffen ein hohes Bewusstsein für Kino- und Filmkultur, auch und gerade in der „Provinz“ im besten Sinne. Denn in ihnen stecke die große Chance für einen unmittelbaren Austausch und eine ehrliche Resonanz zwischen Filmemachern, Organisatoren und Publikum. So umriss der Filmfestival-Fachmann, Dr. Kai Reichel-Heldt von boxoffice Filmmarketing, in seinem Festvortrag den Charme und die Notwendigkeit von Filmkultur jenseits großer Leuchttürme. Dies verdiene kontinuierliche Förderung durch die öffentliche Hand. Denn nur so könne laut Reichel-Heldt langfristig Neugier geweckt werden. Ein guter Förderer engagiere sich dort, wo keine wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund stehen. Er dankte dabei auch dem Landschaftsverband Osnabrücker Land für seine Förderpraxis und leitete damit unmittelbar über zur diesjährigen Preisvergabe. | | "Stadt, Land, Muss – Kulturpolitische Verantwortung jenseits großstädtischer Leuchttürme" war das Thema des diesjährigen Festredners Dr. Kai Reichel-Heldt vom boxoffice Filmmarketing Hamburg. | Kulturförderpreis 2011 des Landschaftsverbandes für das Osnabrücker FilmForum e. V. Der alle zwei Jahre vergebene und mit 5.000 Euro dotierte Kulturförderpreis des Landschaftsverbandes ging 2011 an das Osnabrücker FilmForum. In welchem Maße das von Reichel-Heldt betonte Profil das Unabhängige Filmfest Osnabrück – liebevoll UFO genannt – einlöst, machte Prof. Dr. Hans Jürgen Wulff, Universität Kiel, ein langjähriger Fan des Osnabrücker Festivals, in seiner Laudatio deutlich: Es habe beispielhaft gezeigt, welch lebendige Auseinandersetzung engagiertes Kino bewirken kann. Landrat Manfred Hugo unterstrich dies als Präsident des Landschaftsverbandes beim Verlesen der Preisurkunde. Sie lobt außerdem, dass das Osnabrücker FilmForum u. a. systematisch einen Bestand an privaten Filmen für die Region archiviere. Karl Maier, Vorsitzender des Vereis Osnabrücker FilmForum e. V., dankte in seiner kurzen Ansprache ausdrücklich den Mitarbeitern Birgit Müller und Holger Tepe und dem ganzen Team für ihr hohes Engagement und ihren jährlichen Einsatz für das Gelingen des Festivals. | | Die Preisträger 2011 und ihre Laudatoren: Professor Dr. Jörn Ipsen, Holger Tepe, Dr. Andreas Wilhelm, Birgit Müller, Dr. Kai Reichel-Heldt, Landrat Manfred Hugo (vlnr). | Hugo fordert: "Hannover, gib uns mehr Geld!" In seiner launigen Rede sprach Hugo unter anderem über die Vergabe von Fördermitteln aus VGH-Spenden sowie seit 2005 aus regionalisierten Landesmitteln durch den Landschaftsverband Osnabrücker Land. An die Adresse des Ministeriums gerichtet, forderte er unumwunden: „Hannover, gib uns mehr Geld!“ Denn die Kulturszene des Osnabrücker Landes könne oftmals – trotz guten Willens – nicht im gewünschten Maße unterstützt werden. Dies sei eines der Ergebnisse des Mitte 2011 dem Ministerium vorgelegten Evaluierungsberichtes, aus dem außerdem hervorgeht, dass jeder vom Landschaftsverband in die Förderung investierte Euro seitens der Kulturträger versiebenfacht werde. Dies sei ein deutlicher Hinweis auf die finanzielle Kreativität der Antragsteller, die aber oftmals auch der Not geschuldet sei. | | Landrat Manfred Hugo als Präsident des LVO forderte von Hannover mehr Geld für die Kulturförderung. | Auszeichnung 2011 des LVO an Andreas Wilhelm Dem gegenüber habe wahres Mäzenatentum, das keinen Wert darauf legt, stets mit seinem Logo vertreten zu sein, Seltenheitswert. Dies war die Quintessenz der Laudatio, die Prof. Dr. Jörn Ipsen auf Dr. Andreas Wilhelm hielt. Denn Wilhelm, der 1986 das damals verfallende Kloster Malgarten bei Bramsche erwarb, habe sein Engagement nicht vor den Wagen seiner Geschäftsinteressen gespannt. Ihm sei es mit großer Beharrlichkeit und ebenso großem Engagement gelungen, binnen 25 Jahren in Malgarten ein Kulturzentrum entstehen zu lassen, das auch überregional einen guten Ruf habe – unter anderem als Ort für erlesene Konzerte. Für das in Malgarten entstandene kulturelle „Kleinod“, wie Ipsen es nannte, erhielt Dr. Wilhelm als kulturinteressierter und engagierter Eigentümer die Auszeichnung 2011 des Landschaftsverbandes. In seinem Dankeswort ließ Wilhelm kurz die Genese seines Unterfangens Revue passieren. Natürlich sei das Projekt Malgarten stets ein Abenteuer gewesen und seien Aufwand wie Kosten zumeist weitaus höher gewesen als veranschlagt. Aber nochmals vor die Wahl gestellt, würde er alles wieder genauso machen. | | Dr. Andreas Wilhelm hat durch sein persönliches kulturelles Interesse die wesentlichen Voraussetzungen für das vielfältige Kulturerleben in Kloster Malgarten geschaffen. | Musikalische Überraschung: Kir Royal Als weitere Perle der Osnabrücker Kulturszene entpuppte sich schließlich auch die Band „Kir Royal“ mit der Sängerin Lena Geue und Robert Kantor, Artjom Gillung und Oliver Leggewie an Bass, Schlagzeug und Piano. Sie entfalteten mit ihren Songs eine unaufdringliche und doch höchst präsent swingend-jazzige Atmosphäre. | | Lena Geue und ihre Mitstreiter von der Band Kir Royal überraschten mit Swing- und Jazzrythmen. |
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