Land der Alleen – Die schönsten und wertvollsten Alleen in Niedersachsen - Eine Fotoausstellung im Alleen-Dorf Hunteburg zu Mösers 300. Geburtstag  
 
Plakat Alle Welt drängt ins Freie – Landschaft wird derzeit freudig wahrgenommen und genossen. Dass zum besonderen Landschaftsbild in Niedersachsen wie auch im Osnabrücker Land zahlreiche Alleen gehören, nehmen wir zumeist eher ‚beiläufig' wahr. Daher fügt es sich gut, dass anlässlich des 300. Geburtstags von Justus Möser (1720-1794) der Niedersächsische Heimatbund (NHB) in Kooperation mit dem Landschaftsverband Osnabrücker Land (LVO) sowie der Gemeinde Bohmte und dem Ortsrat Hunteburg eine sehenswerte Ausstellung über Alleen zeigt. Sie ist vom 27. Juni bis 22. August 2021 mittwochs von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr in Bohmte-Hunteburg, Dammer Straße 12, 49163 Bohmte (ehem. Sparkasse), zu sehen.

Justus Möser und die Alleen im Osnabrücker Land

Doch warum Hunteburg bzw. Bohmte? „... ich fuhr mit der Post über die Bohmter Route", schreibt der Jurist, Staatsmann und Publizist Justus Möser 1751. Schon damals und lange davor lagen Bohmte und Hunteburg an einer Hauptstrecke der kaiserlichen und kurfürstlichen Post Richtung Minden, Bremen und Hannover. Dreißig Jahre später vermeldet Möser, dass von Bohmte „eine neu angelegte Chaussee" Richtung Osnabrück führe. Nicht umsonst betont er den Neubau einer Chaussee, war sie doch das Modernste, was der damals noch kaum existierende Straßenbau aufbieten konnte; eher waren „fluchauspressende Mordwege" (Justus Möser) die Regel. Chausseen hingegen garantierten dank ihres stabilen Untergrunds sicheres Fahren für Fuhrleute wie Reisende, und sie boten Schatten, da sie seitlich mit Bäumen bepflanzt wurden. Im 18./19. Jahrhundert wurde die Anlage von Chausseen und Alleen intensiv vorangetrieben. Justus Möser ging es vor allem um wirtschaftliche Ziele, also schnelle und sichere Transportwege. Doch auch die neue Wahrnehmung von ‚Landschaft" ebenso wie ein geändertes Naturbewusstsein schlagen eine Brücke von Mösers Zeit bis heute.Alleendorf Hunteburg | Meyerhöfener Straße (c) NHB
Die Meyerhöfener Straße ist eine der sechs Alleen, die sternförmig in den Ort Hunteburg hineinführen.

Foto: Niedersächsischer Heimatbund

Alleen-Dorf Hunteburg

Der Landschaftsverband hat daher die Ausstellung des Niedersächsischen Heimatbundes ins Osnabrücker Land geholt – und zwar in das „Alleen-Dorf" Hunteburg: Eine Bürgerinitiative und der Heimatverein kümmern sich um die wunderbaren Lindenalleen, die sternförmig auf das Dorf zulaufen. Prominente Allee-Paten sorgen zudem für die öffentliche Wahrnehmung. Die Bohmter Bürgermeisterin Tanja Strotmann freut sich daher sehr auf die Ausstellung an diesem besonderen Ort: „Es war eine sehr schöne Idee des Landschaftsverbandes, die Alleen-Präsentation nach Hunteburg zu holen, das ist der perfekte Standort dafür."Schild "Alleendorf Hunteburg" an der Reininger Straße (c) Gabriele Janz/LVO
Der Heimatverein Hunteburg e. V. sorgte für mehr Aufmerksamkeit für die Hunteburger Alleen, indem er entsprechende Schilder wie hier an der Reininger Straße anfertigen und aufstellen ließ.

Foto: Gabriele Janz/LVO

Engagement des Niedersächsischen Heimatbundes für den Erhalt von Alleen

Die Ausstellung fußt auf einer breit gefächerten Übersicht zu niedersächsischen Alleen, die der NHB über mehrere Jahre hin erarbeitet hat. Mit Hilfe des interaktiven Web-Portals www.alleen-niedersachsen.de haben Bürgerinnen und Bürger landesweit über 2.000 Alleen gemeldet, die von Projekt-Mitarbeitern des NHB fotografisch dokumentiert wurden. Die schönsten dieser Aufnahmen werden jetzt in Hunteburg im Rahmen der Wanderausstellung „Land der Alleen" gezeigt. Neben der historischen Entwicklung erläutern die Bild- und Texttafeln vor allem die Bedeutung von Alleen für den Naturschutz und den Erhalt der niedersächsischen Kulturlandschaften. Thomas Krueger, Geschäftsführer des NHB, betont: „Der NHB setzt sich seit Langem für den Erhalt der Alleen ein und will mit der Ausstellung ein Bewusstsein für diese oft vernachlässigten, aber wichtigen Elemente in den Kulturlandschaften wecken. Besonders im Zeichen von Klimawandel und Artenschwund gewinnen sie immer mehr an Bedeutung." Denn: Alleen gliedern und beleben Räume in der Landschaft. Sie vernetzen Biotope und sind selbst Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Zudem beugen sie der Bodenerosion vor und tragen zur Luftfilterung bei.Land der Alleen  Ausstellung im Aleendorf Hunteburg (c) Gabriele Janz/LVO
Sie besichtigten die Alleen-Ausstellung in der ehemaligen Sparkasse in Hunteburg als erste: Markus Helling (Vorsitzender Heimatverein Hunteburg), Martin Schütz (stellvertretender Ortsbürgermeister), Julia Rex (Niedersächsischer Heimatbund), Thomas Krüger (Geschäftsführer Niedersächsischer Heimatbund) und Tanja Strotmann (Bürgermeisterin Hunteburg).
 
Foto: Gabriele Janz/LVO
Auch Landrätin Anna Kebschull, Präsidentin des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land, kann dem Thema Alleen und der Präsentation viel abgewinnen: „Ich freue mich sehr, dass wir diese besondere Ausstellung im Osnabrücker Land zeigen können. Unser Jubilar Justus Möser ist auch hierfür wieder ein spannender Stichwortgeber, der sich schon im 18. Jahrhundert sowohl über den Straßenbau, aber auch über nachhaltiges Wirtschaften Gedanken machte."

Martin Schütz, stellvertretender Ortsbürgermeister, und Markus Helling, Mitglied des Hunteburger Ortsrates und Vorsitzender des Heimatvereins Hunteburg, trugen Kebschull beim Fototermin spontan eine Allee-Patenschaft an und bekamen sogleich eine Zusage.

Das Thema „Alleen" stieß auch bei Sonja Kantus, Pastorin der ev.-lutherischen St. Matthäus-Kirchengemeinde Hunteburg, auf Interesse. Sie plant für den 22. August, dem letzten Ausstellungstag, einen ökumenischen Open Air-Gottesdienst an der Meyerhöfener Straße – natürlich eine Allee.

Die Ausstellung „Land der Alleen" lädt dazu ein, anhand sehenswerter Fotos und spannender Texte Alleen neu kennen und schätzen zu lernen – sie öffnet damit die Augen für ein bereicherndes landschaftliches Kulturgut.

Treffpunkt Reininger Straße (c) Gabriele Janz/LVO
Zum Auftakt der Alleen-Ausstellung in Hunteburg trafen sich Anna Kebschull (Landrätin und LVO-Präsidentin), Martin Schütz (stellvertretender Ortsbürgermeister), Markus Helling (Vorsitzender Heimatverein Hunteburg), Julia Rex (Mitarbeiterin Niedersächsischer Heimatbund), Thomas Krüger (Geschäftsführer Niedersächsischer Heimatbund), Sonja Kantus (Ev.-lutherische St-Matthäus-Kirchengemeinde Hunteburg) und Tanja Strotmann (Bürgermeisterin Hunteburg).

Foto: Gabriele Janz/LVO

Land der Alleen – Die schönsten und wertvollsten Alleen in Niedersachsen

  • Laufzeit vom 27.06.2021 bis zum 22.08.2021
  • Öffnungszeiten mittwochs von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr
  • 49163 Bohmte-Hunteburg, Dammer Straße 12

  • Der Eintritt ist frei.

  • Eine Ausstellung des Niedersächsischen Heimatbundes e. V. in Kooperation mit der Gemeine Bohmte, dem Ortsrat Hunteburg, dem Heimatverein Hunteburg e. V. und dem Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V.

Übrigens kürt der NHB allmonatlich die „Allee des Monats", die auf Facebook und unter www.heimatniedersachsen.de präsentiert werden. Beim Niedersächsischen Heimatbund erhältlich ist ferner das „Handbuch für Alleepaten und Baumfreunde" (2020).

Weiterführende Links:
www.alleen-niedersachsen.de
www.justus-moeser.de
www.justus-moeser-2020.de

Förderer und Partner:
Braunschweigische Landschaft Land Niedersachsen, Emsländische Landschaft, Gemeinde Bohmte, Heimatverein Hunteburg, Landschaftsverband Osnabrücker Land, Landschaftsverband Stade, Landschaftsverband Südniedersachsen, Lüneburgischer Landschaftsverband, Niedersächsische Bingo! Umweltstiftung, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Oldenburgische Landschaft, Ortsrat Hunteburg, Schaumburger Landschaft.

Ausstellung "Land der Alleen" in Hunteburg (c) Gabriele Janz/LVO
Ein Blick in die Ausstellung "Land der Alleen - die schönsten und wertvollsten Alleen in Niedersachsen"

Foto: Gabriele Janz/LVO