Niedersachsen dreht auf: Programm für Soloselbstständige geht an den Start  
 
Unter dem Motto „Niedersachsen dreht auf" unterstützt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur von heute an soloselbstständige Künstlerinnen und Künstler. Bis zu zehn Millionen Euro stehen dafür aus dem zweiten Nachtrag des COVID-19-Sondervermögens zur Verfügung.

Thümler: „Wir werden die Kulturszene vitalisieren“

„Wir wollen die Kulturszene in Niedersachsen wieder vitalisieren und einen Beitrag dazu leisten, neues kulturelles Leben in Niedersachsen zu ermöglichen", so Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler. „Unser Ziel ist es, kulturelle Aktivitäten Soloselbstständiger in einem möglichst unbürokratischen Verfahren in den kommenden Monaten zu fördern."

Herzstück des Programms ist die Förderung von Veranstaltungen in allen künstlerischen Formaten und Sparten. Die Kosten für das Engagement der Soloselbstständigen können zu 100 Prozent über die Förderung abgedeckt werden. Voraussetzung ist, dass die Kulturveranstalter mit ihrem Förderantrag die Entwürfe der Verträge mit den Soloselbstständigen vorlegen. „In den vergangen Monaten haben uns viele Rückmeldungen von Kulturakteuren erreicht. Immer wieder kam dabei zur Sprache, dass vor allem die durch das Abstandsgebot reduzierte Besucherzahl nicht nur zu weniger Veranstaltungen, sondern auch zu geringeren Honoraren führt. Dieses Hindernis werden wir jetzt mit unserem Programm aus dem Weg räumen", so Thümler.

Aufgabe für die Landschaften und Landschaftsverbände in Niedersachsen

Diesen Teil des Förderprogramms werden die Landschaften und Landschaftsverbände als Träger der regionalen Kulturförderung in Niedersachen abwickeln. „Es werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“, so Hermann Bröring, Präsident der Emsländischen Landschaft und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Landschaften und Landschaftsverbände in Niedersachsen. „Die Solo-Selbständigen bekommen wieder eine Perspektive und die Kulturvereine eine Möglichkeit, das kulturelle Leben zumindest in seiner Substanz gerade auch in den ländlichen Räumen zu revitalisieren. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, damit das Programm in ganz Niedersachsen ein Erfolg wird.“

Auch Förderung für kulturelle Bildung möglich

Auch die kulturelle Bildung braucht in den kommenden Monaten einen Vitalisierungsschub. Die Einrichtungen der kulturellen Bildung sind zwar seit mehreren Monaten wieder geöffnet, aber auch sie leiden unter erschwerten Bedingungen infolge der Corona-Pandemie. Hier werden ebenfalls Vertragsabschlüsse mit Soloselbstständigen gefördert. Die Förderquote liegt in diesem Bereich bei 60 Prozent. Voraussetzung ist in diesem Fall ein Vertragsabschluss mit Soloselbstständigen mit einer Laufzeit von mindestens vier Monaten. Ansprechpartner für die Angebote der kulturellen Bildung sind die Träger der regionalen Kulturförderung, Antragsteller aus der Erwachsenenbildung können sich an die Niedersächsische Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB) wenden.

Ergänzendes Projektförderprogramm mit spezieller Zielsetzung

In vielen kulturellen Bereichen arbeiten die Soloselbstständigen in Gruppen, etwa im Bereich der Freien Theater, der Bildenden Kunst und der Soziokultur. Daher hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur ergänzend ein Projektförderprogramm für innovative Projekte aller Sparten aufgelegt, die die inhaltliche künstlerische Auseinandersetzung mit aktuellen gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen zum Gegenstand haben. Diese Projekte können sowohl durch die Einrichtungen als auch durch die Soloselbstständigen beantragt werden – bis zu einer Förderung von 7.999 Euro ebenfalls bei den Trägern der regionalen Kulturförderung, ab 8.000 Euro beim Ministerium direkt.

Sonderfall Solo-Selbstständige im nicht-öffentlichen Bereich

In eng begrenzten Ausnahmefällen können Soloselbstständige, die im nichtöffentlichen Bereich (beispielsweise als Hochzeitsmusiker) aktiv sind, einen Antrag auf Förderung beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur stellen, wenn sie darlegen können, dass ihre kulturelle Aktivität ohne öffentliche Förderung nicht stattfinden kann.

Weitere Informationen

Für alle Programmteile gilt, dass die Fördersumme mindestens 1.500 Euro und höchstens 30.000 Euro beträgt.

Derzeit entwickelt das Ministerium für Wissenschaft und Kultur ein Stipendienprogramm für Solo-Selbstständige, das die aktuellen Entwicklungen auf Bundesebene berücksichtigen wird.

Informationen des Ministeriums, die Förderkriterien, Hinweise und das Antragsformular zum aktuellen Programm finden Sie unter diesem Link.

Zur Antragstellung beim Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V. beachten Sie die folgenden Hinweise.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Wie Sie den Informationen auf der Seite des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur entnehmen können, ist das Förderprogramm "Niedersachsen dreht auf!" für Solo-Selbstständige in vier Förderlinien unterteilt.
 
Im Folgenden listen wir für jede Förderlinie die notwendigen Informationen und Unterlagen auf. Antragsformulare und die Erklärung des/der Soloselbstständigen sind als PDF hinterlegt. Diese müssen Sie zunächst unter einem eigenen Dateinamen abspeichern; anschließend können Sie das jeweilige PDF auf Ihrem PC ausfüllen und erneut speichern.

Förderlinie A - Kulturelle Veranstaltungen

> Antragsformular Förderlinie A
> Erklärung des/der Solo-Selbstständigen
Die Erklärung muss bitte für jede*n beteiligte*n Solo-Selbstständige*n gesondert ausgefüllt werden, ggf. auch für Techniker*innen etc.).
An weiteren Unterlagen müssen beigefügt werden:
  • Projektbeschreibung (max. sechs Seiten), in der u. a. darzulegen ist, zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort die öffentliche Veranstaltung oder die Veranstaltungsreihe stattfindet.

  • Kosten- und Finanzierungsplan, der neben der beantragten Förderung und den zuwendungsfähigen Ausgaben auch die Einnahmen und weiteren Ausgaben des Vorhabens darstellt.

  • Entwürfe der unterschriftsreifen Verträge, die angemessene Honorare der Solo-Selbstständigen vorsehen. Honorare für die Mitwirkung in einer kulturellen Veranstaltung in Höhe von mehr als 2.000 € gelten in der Regel nicht als angemessen, für die Anerkennung bedarf es einer eingehenden Begründung.

Anträge können bis zum 28.02.2021 fortlaufend gestellt werden. Die Vorhaben müssen bis spätestens 31.12.2021 durchgeführt sein.

Das Antragsformular und alle Unterlagen müssen ausgedruckt und unterzeichnet per Post an den Landschaftsverband Osnabrücker Land, Am Speicher 2, 49090 Osnabrück, gesendet werden.

 

Förderlinie B - Kulturelle Bildung

> Antragsformular Förderrichtlinie B
> Erklärung des/der Solo-Selbstständigen
Die Erklärung muss bitte für jede*n beteiligte*n Solo-Selbstständige*n gesondert ausgefüllt werden, ggf. auch für Techniker*innen etc.).
An weiteren Unterlagen müssen beigefügt werden:
  • Projektbeschreibung (max. sechs Seiten), in der u. a. darzulegen ist, zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort die Aktivität kultureller Bildung stattfindet.

  • Kosten- und Finanzierungsplan, der neben der beantragten Förderung und den zuwendungsfähigen Ausgaben auch die Einnahmen und weiteren Ausgaben des Vorhabens darstellt.

  • Entwürfe der unterschriftsreifen Verträge, die angemessene Honorare der Solo-Selbstständigen vorsehen. Zeitstundensätze in Höhe von mindestens 35 € gelten als angemessen. Die Verträge müssen eine Mindestlaufzeit von vier Monaten haben.

Das Antragsformular und alle Unterlagen müssen ausgedruckt und unterzeichnet per Post an den Landschaftsverband Osnabrücker Land, Am Speicher 2, 49090 Osnabrück, gesendet werden.

Anträge können bis zum 28.02.2021 fortlaufend gestellt werden. Die Vorhaben müssen bis spätestens 31.12.2021 durchgeführt sein.

  • Ist der Antragsteller eine nach dem NEBG anerkannte Einrichtung, ist ein Kosten- und Finanzierungsplan vorzulegen, aus dem auch hervorgeht, dass ohne die beantragte Förderung eine Durchführung der Veranstaltung (objektiv) nicht möglich wäre. In diesem Fall ist ebenfalls beizufügen ein Vergleich, mit welchen Einnahmen und Ausgaben ohne die besonderen Bedingungen der Covid-19-Pandemie (Hygienekonzept, räumliche Bedingungen, andere Nachfragesituationen etc.) hätte gerechnet werden dürfen. Bitte beachten Sie auch, dass nach NEBG anerkannte Einrichtungen ihre Anträge an die Niedersächsische Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB), Bödekerstraße 16, 30161 Hannover, zu richten haben.

Förderlinie C - Innovative Projekte

> Antragsformular Förderlinie C
An weiteren Unterlagen müssen beigefügt werden:
  • Projektbeschreibung (max. sechs Seiten), in der u. a. die inhaltliche künstlerische Auseinandersetzung mit aktuellen gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen deutlich wird.

  • Kosten- und Finanzierungsplan, der auch dokumentiert, dass mit dem beantragten Projekt überwiegend die Aktivitäten von Solo-Selbstständigen finanziert werden.

Anträge müssen bis zum 30.11.2020 bzw. bis zum 01.02.2021 gestellt werden. Es gilt das Datum des Poststempels.

Das Antragsformular und alle Unterlagen müssen ausgedruckt und unterzeichnet per Post an den Landschaftsverband Osnabrücker Land, Am Speicher 2, 49090 Osnabrück, gesendet werden.

Förderlinie D - Projekte im nicht-öffentlichen Bereich

Bewilligungsstelle für diese Förderlinie ist ausschließlich das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Alle Informationen finden Sie auf den Seiten des Ministeriums.

Ihre Ansprechpartnerinnen beim LVO

Wenn Sie Fragen zur Antragstellung haben, wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiterinnen des LVO:
 
  • Dr. Susanne Tauss, T 0541/600585-0, tauss(at)lvosl.de

  • Gabriele Janz M. A., T 0541/600585-14, janz(at)lvosl.de

  • Nina Hauff, T 0541/600585-12, hauff(at)lvosl.de