"Orte des Friedens" im Leisen Speicher im Osnabrücker Hafen

Was ist Frieden? Und was bedeutet er für die zehn jungen Künstlerinnen, die im vergangenen Wintersemester malerisch dazu Stellung bezogen haben? Jetzt sind ihre insgesamt 17 Antworten in beeindruckenden Bildern in der Geschäftsstelle des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land e. V. (LVO), Am Speicher 2 in Osnabrück zu sehen. Sie können dort bis März 2024 montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr oder nach Vereinbarung besichtigt werden.

375 Jahre Westfälischer Frieden - Frieden als Begriff

Ausgangspunkt der inhaltlichen Schwerpunktsetzung war die 375-jährige Jubiläum des Westfälischen Friedens – und das derzeitige Konfliktgeschehen in der Welt. Der Blick auf die vielfältigen Statements lohnt: Schon bei der Vernissage am 12. Mai 2023 wurde deutlich, wie unterschiedlich der Friedensbegriff bewertet und assoziiert werden kann, z. B. als Frieden in oder mit der Natur, als harmonisches Miteinander unter Menschen oder als Idyll und Ruhepol. Frieden wird in den Bildern auch sichtbar in seiner Zerbrechlichkeit, einer stets neu auszubalancierenden Spannung, als Zuflucht, aber auch als integrativer Bestandteil von Umwelt, allem Leben, Wachsen und Vergehen. Die Bilder spiegeln dies sowohl in farbintensiver Gegenständlichkeit als auch in abstrakten Kompositionen

So findet Emily Leticia Mertins beispielsweise Ruhe und Frieden im Wald. Der Spannungsgehalt zwischen Krieg und Frieden lässt sich aber auch symbolisch im Maikäfer umschließen: Julia Graw nimmt hierfür das vermeintlich harmlose Kinderlied „Maikäfer flieg“ zum Anlass – ein Lied, das seinen Ursprung im Dreißigjährigen Krieg hat. Frieden wird in den Bildern auch sichtbar in seiner Zerbrechlichkeit, einer stets neu auszubalancierenden Spannung, als Zuflucht, aber auch als integrativer Bestandteil von Umwelt, allem Leben, Wachsen und Vergehen.

 

Begrüßung und Einführung

In ihrer Begrüßung dankte Dr. Susanne Tauss, LVO-Geschäftsführerin, Frau Jakubaschke-Ehlers und den zehn Studentinnen herzlich für die Ausstellung und die Bereitschaft, die Werke für fast ein Jahr zur Verfügung zu stellen - und auch für die stets gute Kooperation. Tauss erinnerte zugleich daran, wie lebhaft sich das ganze LVO-Team wieder mit der Bilderauswahl auseinandergesetzt habe. Dieser inspirierende Prozess habe bereits Tradition, stellt der LVO doch schon seit 2006 Kunststudierenden seine Geschäftsräume für Ausstellungen zur Verfügung. Zuletzt dankte Tauss auch der VGH als verlässlichem Geldgeber für die Möglichekeit, in den LVO-Geschäftsräumen immer wieder aktuelle Nachwuchs-Kunst ausstellen zu können.

Im Anschluss an die Begrüßung führte Professorin Sigrid Jakubaschke-Ehlers in die Arbeiten der Studentinnen. Es stellen aus: Carolin Dreinemann, Julia Graw, Elisa Krüßel, Anja Leshoff, Emily Leticia Mertins, Martje Petruck, Marie Potthoff, Sophie Römer, Žaklina Vojvodić und Maria Zumholz.

Alle Beteiligten freuten sich über das Interesse der über 30 Ausstellungsgästen, darunter der stellvertretende Landrat Michael Lührmann.

Die weiteren Arbeiten

Auch die weiteren Arbeiten zeigen die unterschiedlichen Aspekte des Ausstellungstitels "Orte des Friedens": Die Künstlerinnen finden sie im Idyll von Arkadien, in der Schöpfung, in sich selbst  und letztendlich überall.

Informationen

  • Ausstellung „Kunst im Speicher – Orte des Friedens“
  • Geschäftsstelle des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land e. V., Leiser Speicher, Am Speicher 2, 49090 Osnabrück, 2. OG
  • geöffnet Mo bis Fr jeweils von 9-12 Uhr sowie auf Anfrage (T 0541 6005850)
  • Eine Kooperation mit der Universität Osnabrück, Fach Kunst
  • Eintritt frei

Weitere Besichtigungsmöglichkeiten

Die Ausstellung „Orte des Friedens“ wird bis circa März 2024 zu sehen sein und kann von Montag bis Freitag jeweils von 9-12 Uhr auf Anfrage (T 0541/600585-16) besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Endlich eine Ausstellungsmöglichkeit für "Polar"!

Die Studierenden, die pandemiebedingt zwei Jahre auf die Präsentation ihrer Arbeiten warten mussten, freuten sich über die Gelegenheit, nun endlich ausstellen zu können. Laura Demann brachte es auf den Punkt: „Ich persönlich bin sehr glücklich und dankbar, dass die Arbeiten meiner Kommilitonen und mir nun doch noch die Möglichkeit zur Ausstellung bekommen. Es ist ein schöner Abschluss des Seminars und für viele auch des Studiums und würdigt die viele Arbeit, die man dort hineingesteckt hat. Der Dank gilt dabei natürlich Frau Jakubaschke-Ehlers, aber auch dem Landschaftsverband, der dies nun möglich macht."
Zu ihrer eigenen Arbeit äußert sie sich so: „Bei der Auseinandersetzung mit dem Ausstellungsthema Polar kamen mir recht schnell Assoziationen wie polarisierend, Magnet, Spannungsfeld, anziehend oder abstoßend in den Kopf. Da sich auch meine Prüfungsreihe des Wintersemesters mit gesellschaftskritischen und tagesaktuellen Themen beschäftigte, war es für mich direkt klar, dass auch mein Ausstellungswerk eine Gesellschaftskritik bzw. eine bestimmte Aussage beinhalten sollte. Mein Bild hat einen besonderen Platz an der großen Wand im Flur bekommen. Mit diesem Ort der Hängung bin ich sehr zufrieden, denn es ist das erste Bild, wenn man die Räumlichkeiten des Landschaftsverbandes betritt. Daher fühlt es sich für mich so an, als würde ich mit „Plastic Ocean" die Ausstellung „Polar" eröffnen.

Informationen

Die neue Staffel von „Kunst im Speicher" wird bis circa Mai 2023 zu sehen sein und kann von Montag bis Freitag jeweils von 9-12 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln. Eine Anmeldung mit der Angabe der gewählten Uhrzeit wird unter T 0541/600585-16 oder albes(at)lvosl.de erbeten.