Fredag is Plattdag

Ministerpräsident Olaf Lies ist 2026 Schirmherr

Aktion mit vielen Partnern

Plattdeutsch ist die größte Regionalsprache Niedersachsens und ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes. Mit „Fredag is Plattdag“ setzt „Platt is cool“, ein Gemeinschaftsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Landschaften und Landschaftsverbände (ALLviN), der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung (RLSB) sowie des Nds. Kultusministeriums, seit Jahren ein Zeichen für den Erhalt und die Förderung der plattdeutschen und saterfriesischen Sprache. Die Idee: Jeden Freitag im September sollen möglichst viele Menschen – ob Anfänger oder geübte Sprecher – Plattdeutsch oder Saterfriesisch sprechen. Bereits zum zweiten Mal übernimmt Ministerpräsident Olaf Lies die Schirmherrschaft über „Fredag is Plattdag“.

Schirmherr von „Fredag is Plattdag“

Beim großen Auftakttreffen 2026 in der Niedersächsischen Staatskanzlei sagte der Ministerpräsident: „Ik freu mi bannig, dat ik ok dit Johr wedder Schirmherr vun ,Fredag is Plattdag‘ wesen dörv.“ Und auf Hochdeutsch fuhr er fort: „Plattdeutsch und Saterfriesisch sind ein wichtiger Teil unserer kulturellen Identität in Niedersachsen. Sie verbinden Generationen, stiften Gemeinschaft und zeigen, wie vielfältig unser Land ist. Besonders freut mich, dass sich so viele Kinder und Jugendliche für unsere Regionalsprachen begeistern. Mit ‚Fredag is Plattdag‘ machen wir Mut, Platt einfach einmal auszuprobieren und im Alltag zu sprechen. Deshalb setzen wir heute hier in der Staatskanzlei gemeinsam ein Zeichen für den Erhalt und die Zukunft unserer Regionalsprachen. Also: Snackt op Freedag platt. Dat löppt!“, so Ministerpräsident Olaf Lies. Angereist waren nicht nur Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und Behörden, sondern u. a. auch Schülerinnen und Schüler aus der Hermann-Löns-Schule in Lüneburg, die im Foyer der Staatskanzlei flotte plattdeutsche Lieder erklingen ließen und ihre Projekte vorstellten. Der Ministerpräsident war sichtlich beeindruckt.

Doon is en Ding! Plattdeutsch sprechen, lernen, unterrichten

Evelyn de Vries, schulfachliche Dezernentin des Regionalen Landesamts für Schule und Bildung Osnabrück, ergänzte in ihrem Grußwort: „Doon is en Ding!“ Aber auch die größte Tatkraft nütze nichts ohne andere. Daher werde erst unter dem diesjährigen Motto „Wi hollen tosamen“, durch das Füreinander-Einstehen, ein erfolgreiches Miteinander. Als Beispiele, die den wachsenden Stellenwert des Plattdeutschen an Schulen und in der Öffentlichkeit verdeutlichen, nannte sie Zahlen: So haben landesweit inzwischen 166 Modellschulen Niederdeutsch oder Saterfriesisch in ihr Schulleben integriert. Und 50 ausgezeichnete Schulen dürfen sich laut de Vries in diesem Jahr „Plattdeutsche oder Saterfriesische Schule“ nennen. Doch auch die weitere Perspektive eröffnete Evelyn de Vries erfreut mit dem Hinweis auf das Lehramtsstudium im Fach Niederdeutsch an der Universität Oldenburg: So werden in Niedersachsen spätestens 2030 sehr gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer auch für weiterführende Schulen zur Niederdeutsch-Vermittlung zur Verfügung stehen.

Motto 2026: Wi hollen tosamen

In seiner Ansprache für ALLviN nahm auch Landrat Karsten Becker, Präsident der Schaumburger Landschaft, Bezug auf das diesjährige Motto „Wi hollen tosamen“. Wichtig sei nicht nur, Menschen zu ermutigen, „sich in ihrer Heimatsprache auszudrücken.“ „Fehler sind egal“, so Becker, „Hauptsache wir reden miteinander“. Denn: „Dat Plattdüütsch blifft lewendig, wenn wi’t küert.“ Dem Land Niedersachsen dankte Karsten Becker für die geplante Verstetigung der Plattdeutschförderung. Das Motto der diesjährigen Kampagne passe im Übrigen „sehr gut zu unserer Arbeit. Zum einen halten wir tatsächlich zusammen: Die Landschaften und Landschaftsverbände in Niedersachsen und die Regionalen Landesämter für Schule und Bildung arbeiten gemeinsam daran, das Niederdeutsche und das Saterfriesische lebendig zu halten.“ Und er dankte dem Ministerpräsidenten für die Schirmherrschaft über „Fredag is Plattdag“; dies sei ein wichtiges Zeichen der Unterstützung und Wertschätzung.

Anregendes Material zu Platt is cool …

„Über die Unterstützung durch Ministerpräsident Olaf Lies freuen wir uns sehr und sehen sie als Ansporn, uns weiter mit vollem Elan für unsere Regionalsprachen einzusetzen“, erklärt Grietje Kammler, ALLviN-Sprecherin von „Platt is cool“. So werden im Rahmen des Kooperationsprojektes auch für 2026 zahlreiche Aktionen durchgeführt: Neben Plakaten, Postkarten und Unterrichtsmaterialien wird auch wieder ein Minibüchlein aus der beliebten Reihe „Lieselotte“ in plattdeutscher Sprache vorgelegt. Diese werden kostenlos an interessierte Schulen sowie an die Landschaften und Landschaftsverbände vergeben – so auch im Osnabrücker Land. „Platt is cool“ setzt sich seit 2009 für den Erhalt und die Förderung der plattdeutschen und saterfriesischen Sprache ein. Neben den genannten Materialien und Imagekampagnen realisiert der Projektverbund unter anderem auch den Bandcontest „Plattsounds“.